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Der von BVB / FREIE WÄHLER und CDU im Kreistag Barnim eingereichte Antrag für eine stärkere Anerkennung der Arbeit von Tagespflegepersonen wurde mit klarer Mehrheit beschlossen. Der nun durchgebrachte gemeinsame Antrag sieht vor, die Förderleistung für die Kindertagespflege im Barnim in mehreren Stufen anzuheben und bis zum Jahr 2029 vollständig an das Niveau des Tarifvertrags für den Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE) anzupassen.

Durch den Beschluss wird nun die monatliche Förderleistung pro betreutem Kind in drei Schritten erhöht: Um 6 Prozent zum 1. Januar 2027, um weitere 7 Prozent zum 1. Januar 2028 sowie nochmals 7 Prozent zum 1. Januar 2029. Damit wird die Vergütung der Tagespflegepersonen im Landkreis Barnim ab 2029 vollständig dem TVöD SuE entsprechen. Parallel dazu werden auch die Urlaubstage entsprechend angepasst, sodass eine faire und vergleichbare Behandlung mit Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gewährleistet ist.

Evelyn Freitag, Kreistagsabgeordnete von BVB / FREIE WÄHLER, zur Beschlussfassung: „Ich bin froh über das klare Votum des Kreistages. Tagespflegepersonen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Familien im Barnim. Sie betreuen Kinder mit großem Engagement, hoher Verantwortung und oft sehr persönlicher Bindung. Diese wichtige Arbeit verdient mehr Respekt und eine faire finanzielle Anerkennung. Mit der schrittweisen Anpassung schaffen wir Planungssicherheit und stärken zugleich die Attraktivität der Kindertagespflege.“

Die Anpassung ist notwendig, um dem zunehmenden Fachkräftemangel im Bereich der frühkindlichen Betreuung entgegenzuwirken. Die Anforderungen an Tagespflegepersonen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, während die Vergütung bislang nicht vollständig mit vergleichbaren pädagogischen Tätigkeiten Schritt gehalten hat.

Bemerkenswert war, in welcher Weise Vertreter von Rot-Rot-Grün versuchten, den Antrag und die Tagespflegepersonen herabzusetzen. In den Redebeiträgen der den Landrat unterstützenden Fraktionen war davon die Rede, dass es sich um „Scheinselbstständige“ handele, denen man mit dem Antrag ein „Geschenk“ machen wolle. Die Linken warfen den Tagesmüttern sogar vor, „Rosinenpickerei“ zu betreiben.

Dieses unsoziale Verständnis ließ CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Sauer nicht im Raum stehen: „Die Kindertagespflege ist ein wichtiger Bestandteil der Betreuungslandschaft im Landkreis Barnim. Viele Familien schätzen gerade die kleineren Gruppen und die individuelle Betreuung. Damit dieses Angebot langfristig erhalten bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. So garantieren wir Wahlfreiheit für die Eltern und eine Vielfalt im Bildungs- und Betreuungsbereich. Dem unsozialen Versuch, Kita-Angestellte und Tagespflegepersonen gegeneinander auszuspielen, treten wir entgegen.“

Der Antrag von Rot-Rot-Grün, die Vorlage zu vertagen, wurde abgelehnt. Der Beschluss wurde sodann mit klarer Mehrheit gefasst. Dass Rot-Rot-Grün selbst an dieser Stelle nicht dafür stimmen konnte oder wollte, zeigt, wie wichtig es ist, die Institution der Tagespflegepersonen zu schützen und zu unterstützen.